Das untere Piave-Tal, ein Begriff, der das Territorium dieses vom Fluss Piave „Sacro alla Patria“ durchzogenen Gebiets bezeichnet, war Schauplatz zahlreicher Kriegsereignisse. Mit einigen Kuriositäten.
Unmittelbar nach dem Durchbruch der Front bei Caporetto, im Oktober 1917, erreichte die österreichisch-ungarische 5. Armee Isonzo den Flusslauf des Piave und setzte sich auf dem linken Flussufer bis zur Adriaküste fest. Im Gebiet zwischen der Mündung von Cortellazzo und Cavazuccherina (dem heutigen Jesolo) wurde eine der malerischsten Einheiten der 5. Armee eingesetzt: das Orientkorps. So genannt, weil es ursprünglich für den Einsatz in Palästina vorgesehen war, bestand es aus bosnisch-herzegowinischen Soldaten aus den Rekrutierungsbezirken Sarajevo, Mostar, Banja Luka und Tuzla. Wie der österreichische Amtsbericht in Erinnerung ruft, bestand das Orientkorps 1918 aus vier Bataillonen, drei davon aus furchterregenden bosnisch-herzegowinischen Soldaten …, die gründlich in Angriffsaktionen ausgebildet waren. Diese Soldaten trugen zwar die normale österreichisch-ungarische Uniform, zeichneten sich aber durch das Tragen des pittoresken Fez aus, einer kegelstumpfförmigen Kopfbedeckung ohne Visier, die dem religiösen Gebot des Islams entsprach, die Stirn während der fünf täglichen Gebetszeiten auf den Boden zu legen.

