Wenn man durch Venedig schlendert, atmet man die Luft der Biennale ein, d. h. man spürt diese typische Begeisterung, wenn eine der berühmtesten internationalen Kunstausstellungen der Welt in der Stadt stattfindet. Es ist ein bisschen wie die Modewoche in Paris. Wenn man in den Calli oder Campielli eine zeitgenössische Installation sieht oder einigen skurrilen und vielleicht originell gekleideten Gestalten begegnet, ist es eine venezianische Angewohnheit, zu sagen: “Weil die Biennale jetzt stattfindet”.
Jeder der Pavillons in den Gärten der Biennale wird mit einer ausländischen Delegation gleichgesetzt und genießt von Extraterritorialitätsrecht.
Die Venezianer denken immer daran, dass Peggy Guggenheim während der Biennale 1948 ihre gesamte Sammlung im griechischen Pavillon ausstellte und damit einen einzigartigen Überblick über die zeitgenössische Kunst bot; es war Pollocks Debüt in Europa und der Pavillon wurde vom berühmten Carlo Scarpa entworfen. Auch auf dem Markusplatz kann man dieses Jahr die Biennale einatmen, dank eine der zwölf Meninas, große Bronzeskulpturen von Manolo Valdès, die bis zum 16. Juni auf dem Platz stehen.


