Cavallino-Treporti ist ein Gebiet, das von der ständigen Wechselbeziehung zwischen Land und Wasser erzählt.
Eingebettet zwischen der nördlichen Lagune von Venedig und der Adria ist die heutige Landschaft das Ergebnis einer langen Entwicklung, die von Sedimenten, Gezeiten, Flüssen, Kanälen und menschlichen Eingriffen geprägt wurde.
Im Laufe der Jahrhunderte hat sich diese Küste unter dem gemeinsamen Einfluss von Süß- und Salzwasser verändert. Die Flüsse haben Sand und Geröll an die Küste transportiert, während Gezeiten und Strömungen Sandbänke, Kanäle, Inseln und Landflächen geformt haben. Lio Piccolo, Treporti, Cavallino und Punta Sabbioni erzählen, jeder auf seine Weise, von den verschiedenen Phasen dieser Verwandlung.
Die Republik Venedig erkannte früh, wie wichtig es war, die Gewässer zu regulieren, um die Lagune vor der Versandung zu schützen und die Schifffahrt zu gewährleisten. Zu diesem Zweck wurden Flüsse umgeleitet, Kanäle gegraben und Wasserbauwerke errichtet, um das empfindliche Gleichgewicht zwischen Lagune und Meer aufrechtzuerhalten.
In diese lange Geschichte der Beziehung zwischen Mensch und Wasser reiht sich heute das „Mose“ ein, das System aus beweglichen Barrieren, das zum Schutz Venedigs und der Lagune vor den stärksten „Acqua alta“-Ereignissen geschaffen wurde. Das Bauwerk befindet sich an den drei Hafenmündungen von Lido, Malamocco und Chioggia und ermöglicht es, die Lagune vorübergehend vom Meer zu trennen, wenn die Gezeitenvorhersagen ein Überschreiten der Schwelle von +110 cm anzeigen. Das Mose-System stellt somit das letzte Kapitel einer langen Geschichte dar: die eines Gebiets, das weiterhin sein Gleichgewicht zwischen Land, Lagune und Meer sucht.
SO FUNKTIONIERT DAS MOSE-SYSTEM
Unter normalen Bedingungen liegen die Schleusentore auf dem Grund. Wenn das System aktiviert wird, wird Luft in die Schleusentore geleitet, wodurch sich die Barrieren anheben. Nach Beendigung des Notfalls füllen sich die Schleusentore wieder mit Wasser und sinken auf den Grund zurück.

